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Vitamin D-Bestimmung

Die Bestimmung des Vitamin D-Status ist ein erhebliches klinisches Problem geworden, da ein großer Anteil der Bevölkerung jetzt als defizient oder inadäquat um die Knochendichte beizubehalten eingestuft wird. Vitamin D scheint ein einfacher Analyt zu sein, was jedoch nicht ganz zutrifft. Im Plasma macht die hydrophobe Eigenschaft des Vitamins und seiner Metabolite eine Bindung an ein Transportprotein notwendig. Die verschiedenen molekularen Formen des Vitamin D und seiner Metabolite (1) im Serum (33 bis 50 verschiedene Substanzen), die kurze Halbwertszeit (2) des Ausgangsvitamins und (3) die Auswahl der zu messenden Metabolite, die den Vitamin D Status des Patienten adäquat widerspiegeln,  tragen zu einer hohen Komplexität bei. 

In westlichen Gesellschaften sind die überlieferten Referenzintervalle für 25(OH)D im Serum typischerweise sehr breit und variieren in Abhängigkeit vom Untersuchungskollektiv von 10 bis über 100 nmol/l. Die Empfehlungen für 25(OH)D Grenzwerte schwanken von niedrigen Werten wie 30, 37,5; 50; 75 bis zu hohen Werten wie 110 nmol/l (4;5). Die beiden am häufigsten verwendeten Grenzwerte für 25(OH)D sind 50 und 75 nmol/l. Der Grenzwert von 50 nmol/l wird vor allem vom Institute of Medicine (IOM) in den Vereinigten Staaten von Amerika propagiert. Das IOM hat 2010 die „recommended dietary allowance“ (RDA) für Vitamin D überarbeitet, um die 25(OH)2D-Serumspiegel bei oder oberhalb von 50 nmol/l zu halten, die Knochendichte zu erhalten, die Calciumresorption und um das Risiko der Osteomalazie und der Rachitis zu minimieren. Heute stimmen die meisten Experten darin überein, dass es eine überzeugende Evidenz für einen zusätzlichen gesundheitlichen Nutzen gibt, wenn 25(OH)D den Grenzwert von 75 nmol/l übersteigt (4). Dieser Nutzen schließt weniger Stürze und Frakturen, weniger kolorektalen Krebs und Brustkrebs, weniger kardiovaskuläre Erkrankungen, weniger Diabetes mellitus und einen verbesserten Blutdruck ein. 

Referenzen

1.     Reichrath J. The challenge resulting from positive and negative effects of sunlight: how much solar UV exposure is appropriate to balance between risks of vitamin D deficiency and skin cancer? Prog Biophys Mol Biol 2006;92:9-16.
2.     Holick MF. Vitamin D deficiency. N Engl J Med 2007;357:266-81.
3.     Gorham ED, Garland FC, Garland CF. Sunlight and breast cancer incidence in the USSR. Int J Epidemiol 1990;19:820-4.
4.     Vieth R. Why the minimum desirable serum 25-hydroxyvitamin D level should be 75 nmol/L (30 ng/ml). Best Pract Res Clin Endocrinol Metab 2011;25:681-91.
5.     Holick MF, Binkley NC, Bischoff-Ferrari HA, Gordon CM, Hanley DA, Heaney RP et al. Guidelines for preventing and treating vitamin D deficiency and insufficiency revisited. J Clin Endocrinol Metab 2012;97:1153-8.