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Definitionen und Vitamin D-Formen

Da 25(OH)D eine Vorstufe ist, muss es in die biologisch aktive Form 1,25(OH)2D umgewandelt werden (Abb. 1). Die Umwandlung des 25(OH)D zum 1,25(OH)2D wird durch das Enzym 1α-Hydroxylase (Synonym CYP27B1) katalysiert, das in der Niere und anderen Organen wie Darm, Prostata, Brustdrüse, Pankreas (Pankreasinseln) und Lunge exprimiert wird. Unter normalen Bedingungen wird der Großteil des zirkulierenden 1,25(OH)2D in den Nieren gebildet. Während die renale 1,25(OH)2D Synthese straff durch die Serumkonzentrationen von Calcium, PTH und 1,25(OH)2D selbst reguliert wird, wird die 1,25(OH)2D Synthese in extrarenalen Geweben hauptsächlich durch lokale Faktoren reguliert. Bei Patienten mit Hypercalciämie, beeinträchtigter Nierenfunktion und anderen Zuständen spiegeln demzufolge die Konzentrationen des zirkulierenden 1,25(OH)2D nicht die Vitamin D Versorgung des Organismus wider. Die Messung des 1,25(OH)2D wird nur bei Patienten in besonderen medizinischen Situationen benötigt, wo 25(OH)2D nicht mehr als verlässlicher Marker für die Versorgung des Organismus mit 1,25(OH)2D eingesetzt werden kann. Zu diesen Situationen gehören die Beeinträchtigung der Nierenfunktion, Sarkoidose, Tuberkulose, 1α-Hydroxylase-Defizienz und ein defekter Vitamin D-Rezeptor (VDR) mit der Folge der Vitamin D-Resistenz.