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Chronisch systemische Entzündungen

Die Vitamin D-Defizienz wurde mit einem veränderten Immunstatus in Zusammenhang gebracht. Besondere Beachtung wurde der Rolle des Vitamin D bei der T-Zell Antwort gewidmet. Diese ist für die Risikofaktoren kardiovaskulärer Erkrankungen wie Diabetes mellitus Typ I und die zelluläre Reaktion im chronisch entzündlichen Prozess der Atherosklerose von Bedeutung. Der proinflammatorische Effekt der Vitamin D-Defizienz soll für das Risiko kardiovaskulärer Erkrankungen von größter Wichtigkeit sein. Die schädlichen Folgen der Entzündung in vielen Formen kardiovaskulärer Erkrankungen sind unzweifelhaft. Amer et al. fanden, dass der inverse Zusammenhang zwischen Vitamin D und dem gründlich untersuchten Entzündungsmarker, hochsensitives C-reaktives Protein (hs-CRP), nur dann vorhanden war, wenn Vitamin D unter dem Median der National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES) Population lag (1). Umgekehrt lässt der inverse Zusammenhang zwischen Vitamin D und dem Spiegel der Entzündungsmarker auf einen gemeinsamen Wirkmechanismus schließen. 

Diabetes mellitus und Adipositas

Die Hinweise darauf, dass Vitamin D die pankreatische β-Zellfunktion unterstützt, erhärten sich zunehmend. Folglich könnte die Vitamin D-Defizienz die metabolischen Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen einschließlich Diabetes mellitus Typ 2 und anderer Zustände, die mit Insulinresistenz assoziiert sind, ungünstig beeinflussen. Die stärker werdende Evidenz für eine Beziehung zwischen Vitamin D-Status und Kohlenhydrat-Stoffwechsel ist eine der aktuellsten Entwicklungen hinsichtlich der Rolle des Vitamin D bei den kardiovaskulären Erkrankungen. Obwohl Studien in Bezug auf das Studiendesign variierten, haben die meisten, jedoch nicht alle Studien eine inverse Beziehung zwischen Vitamin D-Status und Diabetes mellitus Typ 2 aufgezeigt (2). Metaanalysen kommen letztlich zu dem Schluss, dass diese Beziehung signifikant ist. Eine unterstützende Evidenz schließt die Beobachtung ein, dass die erwartete niedrigere Prävalenz des Typ 2 Diabetes bei Individuen mit adäquaten Vitamin D-Spiegeln von einer längeren Femur-Knochenlänge begleitet wird, was wiederum mit der Erhaltung der Knochenmasse vereinbar ist (3). Im Mittelpunkt dieses Sachverhaltes steht die Beobachtung, dass der Vitamin D-Status mit sowohl subkutaner als auch insbesondere viszeraler Adipositas invers assoziiert ist (4). Studien zur Assoziation zwischen Vitamin D und klinischen Charakteristika der Insulinresistenz ähneln denen, die zum Typ 2 Diabetes vorliegen. Niedrige Vitamin D-Spiegel sind mit Parametern der Insulininsensitivität und dem Risiko der zukünftigen Entstehung und Manifestation des metabolischen Syndroms in nichtdiabetischen Individuen assoziiert (5). Metaanalysen kommen zu dem Schluss, dass die Assoziation signifikant ist und unabhängig von den individuellen Komponenten des metabolischen Syndroms ist. Die Dyslipidämie (erhöhte Triglyzeride mit erniedrigtem HDL-Cholesterin und small, dense LDL Partikeln), die häufig bei Insulinresistenz angetroffen wird, ist mit niedrigem Vitamin D-Spiegeln assoziiert (6). 

Referenzen

1.     Amer M, Qayyum R. Relation between serum 25-hydroxyvitamin D and C-reactive protein in asymptomatic adults (from the continuous National Health and Nutrition Examination Survey 2001 to 2006). Am J Cardiol 2012;109:226-30.
2.     Grimnes G, Emaus N, Joakimsen RM, Figenschau Y, Jenssen T, Njolstad I et al. Baseline serum 25-hydroxyvitamin D concentrations in the Tromso Study 1994-95 and risk of developing type 2 diabetes mellitus during 11 years of follow-up. Diabet Med 2010;27:1107-15.
3.     Liu J, Tan H, Jeynes B. Serum 25OH vitamin D level, femur length, and risk of type 2 diabetes among adults. Appl Physiol Nutr Metab 2011;36:264-70.
4.     Cheng S, Massaro JM, Fox CS, Larson MG, Keyes MJ, McCabe EL et al. Adiposity, cardiometabolic risk, and vitamin D status: the Framingham Heart Study. Diabetes 2010;59:242-8.
5.     Gagnon C, Lu ZX, Magliano DJ, Dunstan DW, Shaw JE, Zimmet PZ et al. Low serum 25-hydroxyvitamin D is associated with increased risk of the development of the metabolic syndrome at five years: results from a national, population-based prospective study (The Australian Diabetes, Obesity and Lifestyle Study: AusDiab). J Clin Endocrinol Metab 2012;97:1953-61.
6.     Karhapaa P, Pihlajamaki J, Porsti I, Kastarinen M, Mustonen J, Niemela O, Kuusisto J. Diverse associations of 25-hydroxyvitamin D and 1,25-dihydroxy-vitamin D with dyslipidaemias. J Intern Med 2010;268:604-10.