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Einführung

Folate (Vitamin B9) stellen eine große Familie von wasserlöslichen B-Vitaminen dar, die zuerst von Lucy Wills 1931 als ein hämatopoetischer Faktor in Hefe- und Leberextrakten (1) erkannt worden ist. 1940 beschrieben Snell et al. einen Faktor, der essentiell für das Wachstum von Lactobacillus casei ist (2). Der Faktor wurde isoliert, charakterisiert und später als Folat benannt. Der Terminus „Folsäure“ aus dem Lateinischen „folium“ oder „Blatt“ wurde 1941 durch Mitchell geprägt, der die Substanz aus Spinatblättern extrahierte (3).


Die Quellen des Nahrungsfolates in der menschlichen Diät sind Weizenkeime, Hefe, Leber und Blattgemüse. Die wichtigsten Folatformen in der Ernährung sind 5-Methyl-THF und Formyl-THF in Polyglutamat-Formen (4). Folate gelangen nach Resorption im Dünndarm in die Zirkulation. Zusätzlich zur Folatzufuhr durch Diät können Folate durch die Mikroflora des Dickdarms synthetisiert werden. Diese Folate können über den Dickdarm resorbiert werden. Es wird angenommen, dass ihr Beitrag zur Vitaminversorgung unwesentlich ist. Die Bioverfügbarkeit von Polyglutamaten ist etwa 65 bis 70% niedriger als die der Folatmonoglutamate.

 

 

 

Die empfohlene Tagesdosis [Recommended Dietary Allowance (RDA)], die durch das U.S. Institute of Medicine 1998 festgelegt wurde, gibt die durchschnittliche Tagesaufnahme an, die ausreicht, um die Ernährungsbedürfnisse fast aller (97 – 98%) gesunden Individuen in jeder Alters- und Geschlechtsgruppe zu erfüllen (5). Die Empfehlung für Nahrungsfolat beruht auf der Annahme, dass die Bioverfügbarkeit der Nahrungsfolate nicht über 50% der Bioverfügbarkeit von FS beträgt (6). In Deutschland hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) die RDA für Folat kürzlich auf 300 µg Nahrungsfolat Äquivalenten (DFE)/Tag für erwachsene Männer und Frauen, auf 550 µg/Tag für Schwangere und 450 µg/Tag für stillende Frauen gesenkt (vorher 400 µg/Tag für Erwachsene, 600 µg/Tag für Schwangere und stillende Frauen). 1 µg DFE ist als 0,6 µg FS definiert (5). Die obere Toleranzgrenze der synthetischen FS für Erwachsene beträgt 1 mg /Tag. Gegenwärtig gibt es kaum oder keine Evidenz dafür, dass eine hohe Folataufnahme von natürlichen Folaten für den Menschen schädlich sein könnte.

 

 

Referenzen

  1. Wills L. Treatment of "pernicious anaemia of pregnancy" and "tropical anaemia" with special reference to yeast extract as a curative agent. Nutrition 1931;7:323-7.
  2. Snell EE, Peterson WH. Growth Factors for Bacteria: X. Additional Factors Required by Certain Lactic Acid Bacteria. J Bacteriol 1940;39:273-85.
  3. Mitchell HK, Snell EE, Williams RJ. The concentration of "folic acid". J Am Chem Soc 1941;63:2284.
  4. Melse-Boonstra A, de Bree A, Verhoef P, Bjorke-Monsen AL, Verschuren WM. Dietary monoglutamate and polyglutamate folate are associated with plasma folate concentrations in Dutch men and women aged 20-65 years. J Nutr 2002;132:1307-12.
  5. Institute of Medicine. Dietary Reference Intakes for Thiamin, Riboflavin, Niacin, Vitamin B6, Folate, Vitamin B12, Pantothenic Acid, Biotin, and Choline. USA: Washington, DC, National Academy Press, 1998:390-422.
  6. Sauberlich HE, Kretsch MJ, Skala JH, Johnson HL, Taylor PC. Folate requirement and metabolism in nonpregnant women. Am J Clin Nutr 1987;46:1016-28.