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Definitionen und Folatformen

Folsäure (FS, Pteroylmonoglutaminsäure) ist die synthetische und stabilste Form des Vitamins. FS ist vollständig oxidiert und besteht aus einem 2-Amino-4-Hydroxy-Pteridin-Ring, der an der C-6-Position mit p-Amino-Benzoesäure (pABS) und L-Glutaminsäure verknüpft ist. FS wird bevorzugt in Nahrungsergänzungsmitteln und fortifizierten Lebensmitteln eingesetzt, da es geruchs- und geschmacklos ist.


Die natürlich vorkommenden Folat-Formen sind Derivate des 5,6,7,8-Tetrahydropteroyl-γ-glutamates (THF), deren Pyrazin-Ring in den Positionen 5, 6, 7 und 8 vollständig reduziert ist. Natürliche Folat-Formen sind Polyglutamate mit fünf bis acht Glutamatresten, die in Säugetierzellen vorkommen (1). Folate haben eine C1-Einheit an der N-5 und/oder N-10 Position, die mit Hilfe von bestimmten Enzymen übertragen werden kann. Reduzierte Folate sind Akzeptoren und Donatoren der C1-Einheiten. Einhundert verschiedene Vitamere wurden in biologischen Geweben nachgewiesen (2). Die chemischen Unterschiede betreffen die Bioverfügbarkeit, die zelluläre Verteilung und die Funktionen der verschiedenen Folatformen. Bei der folatabhängigen Remethylierung des Homocysteins (Hcy) überträgt 5-Methyl-THF seine Methyl-Gruppe auf Hcy, wobei THF und Methionin entstehen (3). Methionin wird danach mit Hilfe der ATP-abhängigen Methionin-Adenosyl-Transferase in SAM umgewandelt. SAM ist ein wichtiger Methyl-Donator für DNA, RNA, Proteine, Phospholipide und Neurotransmitter.

 

 

Referenzen

1.     Cook RJ. Folate metabolism. In: Carmel R, Jacobsen DW, eds. Homocysteine in Health and Disease. Cambridge, UK: Cambridge University Press, 2001:113-34.
2.     Krumdieck CL, Tamura T, Eto I. Synthesis and analysis of the pteroylpolyglutamates. Vitam Horm 1983;40:45-104.
3.     Shane B, Stokstad EL. Vitamin B12-folate interrelationships. Annu Rev Nutr 1985;5:115-41.