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Vitamin D-Supplementierung

Vitamin D-Supplementationspräparate enthalten entweder Vitamin D2 oder D3. Die Marktdurchdringung des Vitamin D2 nimmt jedoch ständig ab und in vielen Ländern, wie Deutschland, Italien und Australien sind Vitamin D2-Supplementationspräparate fast vollständig verschwunden. Außerdem scheint Vitamin D2 weniger potent als Vitamin D3 zu sein. Eine Meta-Regressionsanalyse von Cranney et al. ergab eine gute Evidenz dafür, dass Supplementierung  Serum 25(OH)D dosisabhängig erhöht (1). Gemäß dieser Untersuchung erhöht eine Supplementation mit 100 IU Vitamin D3 das Serum 25(OH)D um 1 – 2 nmol/l. Daraus kann abgeleitet werden, dass eine Dosis von 400 – 800 IU täglich inadäquat ist, um eine Vitamin D-Defizienz in Risikoindividuen zu verhindern. Es sollte berücksichtigt werden, dass Behandlungseffekte in Abhängigkeit von den basalen 25(OH)D-Spiegeln variieren können. Individuen mit niedrigen 25(OH)D-Ausgangswerten sollten einen größeren Behandlungseffekt zeigen. Es gibt nur wenige Studien, die den Effekt des Vitamin D auf 25(OH)D bei Kindern und Jugendlichen mit täglichen Dosen von 200 bis 2000 IU Vitamin D3 und 400 IU Vitamin D2 untersucht haben. Wenngleich die Daten begrenzt sind, scheint die Gabe von 400 IU Vitamin D2 die Vitamin D-Defizienz bei Kleinkindern zuverlässig zu korrigieren.

Vitamin D Supplementation – Welche Dosis ist erforderlich?
Für die Prävention der Vitamin D-Defizienz wird eine tägliche Vitamin D-Zufuhr aus diätetischen Quellen von mindestens 600 IU (15 µg) für Personen unter 70 Jahren bzw. 800 IU (20 µg) für Personen, die älter als 70 Jahre sind, benötigt. Individuen aus Hochrisikogruppen oder Individuen, die Sonnenbestrahlung in erheblichem Ausmaß vermeiden, können höhere Dosen benötigen. Bei Patienten mit bekannter Vitamin D-Defizienz ist ein anderes Vorgehen notwendig. Alle aktuellen Richtlinien empfehlen eine initiale loading Phase, in der höhere Dosen über 6-12 Wochen verabreicht werden. Da das individuelle Ansprechen auf die Vitamin D-Supplementation stark variiert, ist eine Kontrollmessung des Serum 2(OH)D-Spiegels zu empfehlen. Sobald der adäquate 25(OH)D-Spiegel wieder erreicht ist, sollte die tägliche Dosis auf eine Erhaltungsdosis zwischen 800 und 2000 IU täglich reduziert werden (2).

Vitamin D Supplementation und Knochengesundheit bei Kleinkindern, Kindern und Schwangeren
Bei gestillten Babies hängt die Vitamin D-Versorgung vom Vitamin D-Status der Mutter ab und kann durch die Supplementierung der Mutter verbessert werden (3). Die empfohlene tägliche Zufuhr beträgt 300 IU für Kinder bis zu einem Alter von 6 Monaten und steigt auf 400 IU für ältere Kinder. Die tägliche Zufuhr von 400 IU wurde für Kinder im ersten Lebensjahr als adäquat eingeschätzt. Nach dem ersten Lebensjahr wird eine höhere Dosis von 600 IU empfohlen (4). Höhere Dosen können bei Kindern mit eingeschränkter Sonnenbestrahlung oder während des Winters erforderlich sein. Aktuelle Leitlinien empfehlen eine Dosis von 600 IU täglich für schwangere Frauen (4). 

Referenzen

1.     Cranney A, Horsley T, O'Donnell S, Weiler H, Puil L, Ooi D et al. Effectiveness and safety of vitamin D in relation to bone health. Evid Rep Technol Assess (Full Rep) 2007;1-235.
2.     Nowson CA, McGrath JJ, Ebeling PR, Haikerwal A, Daly RM, Sanders KM et al. Vitamin D and health in adults in Australia and New Zealand: a position statement. Med J Aust 2012;196:686-7.
3.     Wagner CL, Taylor SN, Johnson DD, Hollis BW. The role of vitamin D in pregnancy and lactation: emerging concepts. Womens Health (Lond Engl ) 2012;8:323-40.
4.     Ross AC, Manson JE, Abrams SA, Aloia JF, Brannon PM, Clinton SK et al. The 2011 Dietary Reference Intakes for Calcium and Vitamin D: what dietetics practitioners need to know. J Am Diet Assoc 2011;111:524-7.