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Vaskuläre Erkrankungen

Ein inadäquater Vitamin D-Status fördert kardiovaskuläre Risikofaktoren wie Hypertonie, Hyperlipidämie und Thrombophilie. Der Effekt des Vitamin D-Status auf ventrikuläre Arrhythmien und sein Potential, die Inzidenz des plötzlichen Herztodes zu beeinflussen, ist weniger klar. In der Studie von Deo et al. wurde beobachtet, dass die Kombination von niedrigem 25(OH)D und erhöhtem PTH mit einem über 2fachem Anstieg des Risikos für den plötzlichen Harztod von ansonsten gesunden Individuen vergesellschaftet war (1). Dies könnte bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion von besonderer Bedeutung sein. Obwohl die kardiovaskulären Erkrankungen ein breites Spektrum verschiedener Erkrankungen mit multifaktoriellen Ursachen umfassen, ist es offenkundig, dass der Vitamin D-Metabolismus eine Vielfalt verschiedener biologischer Prozesse beeinflusst. Daher ist es plausibel, dass der Vitamin D-Status mit praktisch jeder Form einer kardiovaskulären Erkrankung assoziiert sein könnte. Zum Beispiel ist der funktionelle Status von Herzinsuffizienz Patienten mit dem Vitamin D-Status proportional, wie es auf der Grundlage von direkten Effekten des Vitamin D auf das Myokard erwartet werden kann (2). Dieser Effekt wird bei der chronischen Niereninsuffizienz noch verstärkt, da hier der Vitamin D-Metabolismus zusätzlich gestört ist.


Der Evidenzgrad für eine Assoziation zwischen Vitamin D-Status und kardiovaskulären Erkrankungen stützt sich auf Querschnittsstudien und prospektive epidemiologische Studien. Die Übereinstimmung der Ergebnisse wurde aufrechterhalten wie bei der kürzlich beschriebenen Kohorte der Copenhagen City Heart Studie (3). Metaanalysen haben übereinstimmend eine inverse Beziehung zwischen dem Vitamin D-Status und kardiovaskulären Ereignissen aufgezeigt (2). Kardiovaskuläre Erkrankungen sind die häufigste Todesursache bei vielen Zuständen bzw. Erkrankungen, die mit inadäquaten Vitamin D-Spiegeln assoziiert sind. Folglich ist die Gesamtmortalität umgekehrt proportional zum Vitamin D-Status bei einigen Zuständen wie Hypertonie, Insulinresistenz, Diabetes und manifester Herzinsuffizienz.


Leider konnten randomisierte kontrollierte Studien zur Vitamin D-Supplementation die Erwartungen nicht erfüllen. Die Lipide zeigten bei Vitamin D-Supplementation kaum Veränderungen und die Endothelfunktion wurde nicht verbessert. Studien zum Ergebnis bei kardiovaskulären Erkrankungen sind nur schwer zu deuten da die Supplementation häufig zusätzlich Kalzium enthielt. Daher wurden Bedenken über eine mögliche arterielle Verkalkung und andere ungünstige Effekte geäußert. Einige Studien haben darauf hingewiesen, dass eine Kalziumsupplementation das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen erhöhen könnte. Systematische Überprüfungen weisen auf einen milden protektiven Effekt auf kardiovaskuläre Erkrankungen durch hohe Vitamin D-Dosen hin (4) wohingegen Kalziumsupplemente vermutlich neutral sind. 

Referenzen

1.     Deo R, Katz R, Shlipak MG, Sotoodehnia N, Psaty BM, Sarnak MJ et al. Vitamin D, parathyroid hormone, and sudden cardiac death: results from the Cardiovascular Health Study. Hypertension 2011;58:1021-8.
2.     Meems LM, van der HP, van Gilst WH, de Boer RA. Vitamin D biology in heart failure: molecular mechanisms and systematic review. Curr Drug Targets 2011;12:29-41.
3.     Brondum-Jacobsen P, Benn M, Jensen GB, Nordestgaard BG. 25-hydroxyvitamin d levels and risk of ischemic heart disease, myocardial infarction, and early death: population-based study and meta-analyses of 18 and 17 studies. Arterioscler Thromb Vasc Biol 2012;32:2794-802.
4.     Wang L, Manson JE, Song Y, Sesso HD. Systematic review: Vitamin D and calcium supplementation in prevention of cardiovascular events. Ann Intern Med 2010;152:315-23.