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Biochemie von Vitamin B12

Die Entdeckung von Vitamin-B12 (Cobalamin) geschah im Zusammenhang mit intensiven Studien zur perniziösen Anämie (PA), einer bis dahin unheilbaren Erkrankung. In den frühen 20er Jahren des letzten Jahrhunderts demonstrierten Minot und Murphy, dass PA mit Extrakten aus der kompletten Leber heilbar ist. Später wurde gezeigt, dass die Leber eine wichtige Quelle für Vitamin B12 ist. Tiere decken ihren B12-Bedarf durch Aufnahme von mit B12-synthetisierenden Bakterien kontaminierter Nahrung. Das so aufgenommene Vitamin B12 wird dann auf verschiedene Organe verteilt. Nahrung tierischen Ursprungs ist die einzige natürliche B12-Quelle für den Menschen. Vitamin wird B12 ausschließlich von Bakterien synthetisiert. Beim Menschen ist Vitamin B12 ein essentieller Kofaktor für den Methylgruppentransfer und die Zellteilung.

Vitamin B12 gehört zu einer Gruppe von Verbindungen mit ähnlicher Struktur aber komplett unterschiedlichen biologischen Funktionen. Das Vitamin besteht aus einem Corrinring, der ein zentrales Kobaltatom enthält, das mit einem oberen und einem unteren Liganden verbunden ist. Der untere Ligand besteht aus einer Benzimidazolgruppe, die über eine Ribosephosphatgruppe an den Corrinring angelagert ist. Der obere Ligand ist spezifisch für jede Form des Vitamins. In der Kofaktorfunktion ist der obere Ligand entweder eine Methyl- oder eine 5’-Deoxyadenosylgruppe. Das Vitamin spielt eine Schlüsselrolle für die Proliferation, die Reifung und Regeneration von Zellen. Vitamin B12 hält den Gesamt-Homocystein (tHcy)-Spiegel durch den Transfer einer Methylgruppe vom 5-Methyltetrahydrofolat (5-Methyl-THF) auf Hcy niedrig, wodurch Methionin gebildet wird. Die synthetischen Formen von Vitamin B12 sind Cyano-B12 und Hydroxy-B12.