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Folatkonzentrationen im Serum und Vollblut

Folatserumkonzentrationen liegen zwischen etwa 10 – 50 nmol/l, wobei 5-Methyl-THF (82 – 93% des Gesamtfolates im Serum) überwiegt (1;2). Der größte Teil des Folates im Blut ist unspezifisch an Proteine mit niedriger Affinität gebunden (z.B. alpha2-Makroglobulin, Albumin und Transferrin). Folat-bindende Proteine (FBP) binden einen kleinen Teil des Folates im Blut mit hoher Affinität.


Folate werden in Erythrozyten während der Erythropoese eingebaut. FBP werden in frühen hämatopoetischen Zellen exprimiert und spielen bei der Folataufnahme eine Rolle. In der Regel ist das Erythrozytenfolat 30mal höher als die Serumfolatkonzentration mit Konzentrationen im Bereich von 140 – 450 ng/ml dicht gepackter Zellen. Ähnlich wie im Serum sind Erythrozytenfolate unspezifisch an Proteine wie Hämoglobin gebunden. Reife Erythrozyten sind für Folylpolyglutamate undurchlässig (3). Dies führt zu einer intrazellulären Speicherung der Folate mit einer Halbwertszeit von etwa 100 Tagen (Lebensdauer der Erythrozyten). Daher stellt das Erythrozytenfolat einen langfristigen Marker für den Folat-Status dar (4). Dieser Marker wird nicht durch kurzfristige Veränderungen der Nahrungsaufnahme beeinflusst.

 

 

Folatmangel bei Erwachsenen

In Ländern ohne obligatorische FS-Fortifikation ist die diätetische Zufuhr häufig nicht ausreichend, um den täglichen Bedarf zu decken. Flynn et al. haben die Zufuhr ausgewählter Nährstoffe in Lebensmitteln, Supplementation und Fortifikation in europäischen Ländern zusammengefasst (5). Die mediane Folatzufuhr war bei deutschen Erwachsenen unterhalb der empfohlenen 300 µg/Tag. Dies legt nahe, dass der Folatmangel sogar in wohlhabenden Ländern häufig vorkommt. Der Folatmangel verursacht die Hyperhomocysteinämie (HHCY), einen unabhängigen Risikofaktor für altersassoziierte Erkrankungen. Zudem ist der Folatmangel mit vielen altersassoziierten Erkrankungen wie Schlaganfall, Demenz, Krebs und kardiovaskulären Erkrankungen (CVD) assoziiert (6).

 

 

Referenzen

1.     Pfeiffer CM, Fazili Z, McCoy L, Zhang M, Gunter EW. Determination of folate vitamers in human serum by stable-isotope-dilution tandem mass spectrometry and comparison with radioassay and microbiologic assay. Clin Chem 2004;50:423-32.
2.     Kirsch SH, Knapp JP, Herrmann W, Obeid R. Quantification of key folate forms in serum using stable-isotope dilution ultra performance liquid chromatography-tandem mass spectrometry. J Chromatogr B Analyt Technol Biomed Life Sci 2010;878:68-75.
3.     Lucock M. Folic acid: nutritional biochemistry, molecular biology, and role in disease processes. Mol Genet Metab 2000;71:121-38.
4.     Hoffbrand AV, Newcombe FA, Mollin DL. Method of assay of red cell folate activity and the value of the assay as a test for folate deficiency. J Clin Pathol 1966;19:17-28.
5.     Flynn A, Hirvonen T, Mensink GB, Ocke MC, Serra-Majem L, Stos K et al. Intake of selected nutrients from foods, from fortification and from supplements in various European countries. Food Nutr Res 2009;53.
6.     Herrmann W, Herrmann M, Obeid R. Hyperhomocysteinaemia: a critical review of old and new aspects. Curr Drug Metab 2007;8:17-31.